Von ihren Blicken wurde mir langsam zu heiß.
Ich ging zum Klo. Als ich wieder herauskam, stand sie in dem engen Gang vor der Tür und wartete. Ich wollte mich an ihr vorbeischieben. Zu zweit hatten wir kaum Platz nebeneinander. Und sie machte auch keinen. Als ich mich an die Wand drückte, um sie vorbeizulassen, trat sie einen Schritt auf mich zu und lehnte sich gegen mich. Mir blieb die Luft weg. Ich schnaufte. Sie ließ ihren Körper noch schwerer gegen mich fallen. Ich spürte ihre Schenkel genau auf meinen. Ich machte einen letzten Versuch.
“Willst du mich nicht vorbeilassen?” Viel Hoffnung hatte ich nicht. Ihr Gesicht so nah vor meinem sah ich den Glanz in ihren Augen.
“Soll ich wirklich?” fragte sie wenig erfolgversprechend.
“Ja”, preßte ich hervor. Ihr Körper machte mich wahnsinnig.
ihre Hände legten sich auf meine Hüften. Sie schob sie langsam höher. Ihr Mund kam immer näher. Ich drehte meinen Kopf zur Seite. Ihre Lippen berührten meine Wange. Sie wanderten langsam nach vorne in Richtung meines Mundes. Ich konnte mich nicht rühren. Sie flüsterte fast schon angekommen, “Du willst mich doch.” Sie suchte meinen Mund. Ich konnte nichts sagen. Sie hatte meinen Mund erreicht. Ihre Zunge berührte meine Lippen. Ich preßte sie zusammen und drehte meinen Kopf weg, so weit ich konnte.
Sie wiederholte leise, “Du willst mich. Du hast vom ersten Augenblick an mit mir geflirtet. Seit du vor drei Wochen in die Gruppe gekommen bist. Und auf der Hütte. Jede Minute, die wir im gleichen Raum waren.”
Dem konnte ich kaum widersprechen. Sie hatte recht. “Und du?” Ich wollte sie von mir ablenken.
Ihre Hände verharrten auf ihrer Wanderschaft. “Ich auch.” Sie lachte leise. “Das weißt du doch.” Ihre Hände schoben mein Hemd hoch. Ihr Mund hatte meinen erreicht. Ich konnte mich an der Wand nicht weiter drehen. Sie fuhr mit ihrer Zungenspitze über meine Lippen. Sie kribbelten, als ob tausend kleine Federn sie kitzelten. Ich versuchte, sie weiterhin geschlossen zu halten. Sie fing an, mit ihren Lippen an meinen zu zupfen. Ich konnte ihr nicht länger standhalten. Ich öffnete meine Lippen. Sie drang vorsichtig ein. Sie erforschte meinen Mund mit sinnlichem Streicheln. Ihre Hände auf meiner Haut taten das gleiche.
Ich stöhnte unterdrückt. “Komm”, sagte sie. Sie schob mich in den Waschraum der Toiletten zurück. Ich ließ es geschehen. Sie drückte mich gegen ein Waschbecken. Ihre Hand fuhr zwischen meine Beine. Ich stöhnte lauter. Sie lehnte sich über mich und bog mich über das Becken. Mir brach fast das Kreuz ab, aber ihre Zunge lenkte meine Empfindungen sofort wieder in eine andere Richtung. Ich konnte an nichts anderes mehr denken als an das, was sie in meinem Mund und zwischen meinen Beinen tat.
Ihre Zunge wurde immer fordernder. Leidenschaftlich stieß sie in meinen Mund und nahm mir alle Sinne. Ich wollte sie nur noch spüren. Ich legte meine Arme um sie.
In diesem Moment öffnete sich die Tür. Zwei Frauen kamen miteinander redend herein. Sie blieben abrupt stehen. Wir spritzten auseinander. Die beiden Frauen sahen irritiert aus. Sie hatten natürlich noch etwas gesehen, aber es schien, als konnten (oder wollten) sie es nicht recht glauben. Das, was sie noch im letzten Moment gesehen hatten, erschien ihnen unwahrscheinlich. Es entsprach offensichtlich nicht ihrer Erfahrung und sie wollten es auch nicht wahrhaben. Eine der beiden schüttelte befremdet und ungläubig den Kopf und sah die andere an. Die andere blickte auf die gleiche Art zurück. Wir hatten uns mittlerweile von unserem Schreck erholt und gingen auf die Tür zu. Die beiden kamen ganz herein, da sie bisher zwischen Tür und Angel verharrt hatten, blickten uns noch einmal verstohlen nach und sich gegenseitig an. Wir gingen hinaus. Draußen brachen wir in ein berstendes Gelächter aus. Wir wußten nicht, wie wir es beenden sollten.
“Hast du das gesehen?” prustete ich. “Sie können es immer noch nicht glauben!” Ich keuchte. Sie ebenfalls.
“Nein”, sagte sie, jetzt schon fast kichernd. “Das werden sie wahrscheinlich nie.” Sie mußte noch einmal laut loslachen. “Herrlich!” stieß sie dazwischen hervor. “Diese Gesichter!”
Ich mußte auch noch einmal losprusten. “Das war ein erschütterndes Erlebnis für sie!”
Die Spannung war für den Moment verschwunden. Wir hatten sie herausgelacht. Wir gingen ins Lokal zurück. Wir versuchten, einigermaßen ernst auszusehen, und gingen zum Tisch zu den anderen.


